Kapelle zur Göttlichen Barmherzigkeit
Die Formensprache der Kapelle zur Göttlichen Barmherzigkeit ist vom Geist des
Zweiten Vatikanischen Konzils durchdrungen und lebt aus der gegebenen Grundform
des Raums sowie der Gliederung, Form und Aussage der Glasfenster.


Die Bänke wiederholen in ihrer Form den Bogen der Fenster-Wandflächen und schaffen
eine geschlossene Einheit um den elliptisch gestalteten Altar.
Auf diese Weise wird zeichenhaft die Gemeinschaft der Gläubigen, die sich um den
Altar versammelt, zum Ausdruck gebracht.

Die Bankreihen sind so angeordnet, dass an exponierter Stelle ein größerer Freiraum
entsteht. An dieser freien Stelle ist das Weihwasserbecken mittig platziert, um die
Bedeutung des Weihwassergebrauchs und der Weihwassergabe herauszuheben.
Der Schaft der Weihwasserstele besteht aus zwei gewölbten, sich schließenden Metallwandungen, die eine große herausnehmbare Schale aus Edelstahl tragen.
Diese Wandungen wiederholen sich beim Stipes (Unterbau) des Altars; hier allerdings gedreht und in Form von zwei geöffneten aufnehmenden Rundungen.
Die Barmherzigkeitskapelle wird besonders stark von den großen Glasfenstern und den farbigen Abbildungen darauf geprägt:

Das Firmament (Himmelsgewölbe) bricht auf, öffnet sich und der Heilige Geist tritt in Form eines Flammenstrahls in den Raum und so in die Versammlung der Gläubigen.
Die Heilige Messe und das Gebet führen nicht zu einer ich-bezogenen Verinnerlichung und inneren Verschlossenheit, sondern führen hin zu einer Öffnung auf das Kommende, auf das Du – auf Christus, der in die Welt kommt.
Um Ihn aufnehmen zu können, gehört entscheidend die Bereitschaft, sich selbst zu öffnen und Ihm Raum zu geben.

 

Diese innere Haltung wird durch den Altar als Glaubensbild verdeutlicht.

Im Fuße des Altars befinden sich die Reliquien mehrerer Heiliger:
ein unbekannter Heiliger, der heilige Märtyrer Urbanus, die heilige Märtyrerin Maria Goretti, die heilige Schwester Faustyna und der heilige Bekenner Bruder Konrad von Parzham.

Die Kirche ist errichtet auf Christus. Davon gibt das Leben aller Heiligen der Kirchengeschichte, die ihr Leben völlig auf Gott ausgerichtet haben, Zeugnis.

Kelchbildende Holzwangen tragen die Mensa (Altarplatte) aus Ahornholz und schließen die

Rundungen des Fensterglasbildes nach unten hin ab. Die runde Grundplatte aus

Tombakmetall schafft die notwendige Materialtrennung vom dunkleren Holzboden zum

hellen Ahornholz. Die nach außen gewölbten Metallwangen des Stipes zeugen vom

einladenden und geöffneten Charakter des Altars.

Über dem Altar befindet sich die aus Holz geschnitzte Gestalt Christi.

In der hier dargestellten Form erscheint Er in dreifacher Form: als Gekreuzigter, als Auferstandender und als Der, der wiederkommen wird.
Die Arme öffnen sich weit für die Gläubigen.

Die sich lösenden Leintücher, in die der Leichnam Jesu gehüllt war, und die Wundmale an Händen und Füßen zeugen noch vom Leiden Christi. Doch der Tod hat nicht das letzte Wort! Er wird von Christus in Seiner Auferstehung überwunden und wir dürfen in der Hoffnung leben, dass der Herr bei Seiner Wiederkunft  uns und die ganze Schöpfung vollenden wird.

Die ausgebreiteten Arme Jesu sind Ausdruck Seiner unendlichen Liebe zu uns. Seine Hingabe bis zum Tod am Kreuz und Seine göttliche Barmherzigkeit finden in der Eucharistiefeier lebendigen Ausdruck.
Ambo und Tabernakelstele stehen in einer Querachse zum Raum und treten hinter den Altar zurück. Der Sitz des Priesters steht in einer Achse zum Altar. Seine Fußelemente nehmen als Gegenform die Rundungen des Altarstipes auf.

Die seitlich beigestellten Sedilien (Sitze für Priester, Diakone und Messdiener) treten in ihrer formalen Aussage zurück.

In dieser Anordnung steht der Priester direkt unter dem einbrechenden Flammenstrahl in einer Linie zum Altar. In der Nachfolge Christi ist er vom Geist Gottes getroffen und durchdrungen. Dies wirkt ereignishaft und bildhaft in die Versammlung.

Der Ambo als Ort der Wortverkündigung steht, wie alle liturgischen Orte, auf einer vom Boden abgesetzten runden Metallplatte.

Die zwei aufsteigenden Metallstreben halten die mittig stehende Ahornholzrundung. Durchbrochen eingearbeitete Flammenlinien nehmen das Thema der Fenster auf.

Das verkündete Wort ist nach vorne hin gerichtet. Daher wölbt sich hier die Holzrundung nach vorne, während sie bei der Tabernakelstele mit seiner bewahrenden, aufnehmenden Bedeutung nach innen gerichtet ist.

Die Tabernakelstele wiederholt die Grundform vom Ambo und trägt krönend den kostbaren Tabernakel.

Seine elliptische Seitenansicht lässt ihn schlank erscheinen; die nach innen gewölbte Holzfläche ist strukturell bearbeitet.

Eingearbeitete Linien zeigen vitale Bewegungen von ausfließendem Wasser als Lebensquell von Brot und Wein.

Die Jungfrau Maria wird von der Kirche, und insbesondere von uns Schwestern, als Immakulata verehrt – als jene, die Gottes Erwählung und Sein Wirken vorbehaltlos und auf vollkommene Weise an- und aufgenommen hat.

 
In der rückwärtigen Wand zeigt ein großer Riss die Gebrochenheit der sündhaften Welt. Dieser Riss der Schuld wird durch die vollkommene Hingabe Mariens an den Willen Gottes geheilt.

Ihr Ja und ihre völlige Verfügbarkeit für den Plan Gottes verbinden Himmel und Erde, Gott und den Menschen. Sie macht das Kommen Jesu als Erlöser in die Welt möglich.  Deshalb wird Maria seit der frühen Kirche auch „Mutter Gottes“ genannt.