Die Chronik vom Kloster Brandenburg berichtet folgende Begebenheit

Im Frühjahr 1930 herrschte bitterste Not bei den Schwestern in Brandenburg. Die Schwestern konnten keine Vorräte kaufen und mussten alles pfundweise besorgen.

Bei einem Exerzitienkurs war zu wenig Mehl vorhanden und das damit gebackene Brot konnte unmöglich für alle reichen. Maria Theresia Hecht bat den Franziskanerpater Winfried Mihm, der die Vorträge hielt, das Brot zu segnen.

Es lag schon auf dem Frühstückstisch bereit. Der Pater fragte, ob das alles sei, das könne ja nie reichen. Darauf erwiderte Maria Theresia: „Darum sollen sie es ja segnen, damit es reicht“. Lächelnd tat er es und auf der Treppe sagte er zu Schwester Cäcilia: „So etwas kann nur Mutter Theresia einfallen. Ich bin neugierig, wie das hinausgeht“.
Maria Theresia Hecht aber war ohne Sorge. Sie wusste bestimmt, dass das Brot nun reichen würde. Und als die Jungmänner mit dem Frühstück fertig waren, lagen wirklich noch einige Stücke auf den Platten.


Maria Theresia sammelte freudig die Reste ein, trug sie zu dem Exerzitienmeister und sagte: „Da können Sie nun sehen, wie der Priestersegen geholfen hat“.

Pater Winfried war nicht leichtgläubig. Er ging gleich zu Schwester Agnes in die Küche und fragte sie, wie viel Brot sie noch hinausgegeben habe. Da Schwester Agnes von dem ganzen Vorgang noch nichts wusste, sagte sie ängstlich: „Ich hatte doch nicht mehr Mehl zum Backen“.

Pater Winfried ging nun - ohne ein weiteres Wort zu verlieren - zu den Jungmännern in den Speisesaal. Er fragte, ob sie ihr Frühstück schon beendet hätten und ob sie alle satt seien. Darauf sagte einer: “O, Herr Pater, wir sind so satt, dass wir gar nicht mehr essen konnten.“
 


Pater Winfried wurde sehr ernst und sagte beim Hinausgehen zu Mutter Theresia: „Jetzt glaube ich an eure Wunder.“

(Chronik Seite 44)